• Denise

Was wäre, wenn...

Heute ist wieder einer dieser ,,was wäre, wenn...''-Tage. Meine Trauerarbeit besteht zum großen Teil daraus, auf die Fragen die in meinem Kopf schwirren auch Antworten zu finden.

So arbeite ich mich Stück für Stück vor, bis es eben keine offenen Fragen mehr gibt.

Aber:


Was wäre, wenn man meine Beinschmerzen etwas ernster genommen hätte, und mein Blut auf Thrombosen geprüft hätte?

Was wäre, wenn ich eine Überweisung zur Feindiagnostik bekommen hätte?

Was wäre, wenn man auf eine der vielen kleinen Hinweise reagiert hätte?


Welche Hinweise? Ich liste euch gerne ein Paar auf:

- Rosi war in ihrer Gesamtgröße eine Woche entwicklungsverzögert. Da mein Eisprung künstlich ausgelöst wurde, kann man den auf fast die Stunde genau eingrezen, eine spätere Befruchtung kommt also nicht in Frage.

- Rosi hatte eine Kopf-Thorax-Diskrepanz von 4 Wochen, was ich meinen Ultraschallbildern entnehmen kann. Das heißt, der Kopf der Maus war zwei Wochen ,,zurück'' in der Entwicklung, und der Bauch war von der große etwas mehr als zwei Wochen ,,weiter'' als er hätte sein dürfen.

- Ich hatte diverse Verdickungen/Thrombosen/Infarkte in Nabelschnur und Plazenta. Hätte man den erhöhten Thrombosewert nicht im Blut sehen müssen?

- Die Ärztin sagte beim ,,zweiten großen Ultraschall'', zwei Wochen vor der Geburt, dass ihr Herz gaaaaanz ruhig schlägt. Aber wie ruhig ist denn ZU ruhig? War das schon ein Anzeichen?

Ebenfalls bei diesem Termin sagte die Ärztin direkt zu beginn :,, Oh, das ist aber etwas wenig Fruchtwasser, trinken sie mal mehr''. Auch das war ein sehr großer Hinweis für das, was kurz danach geschah.

- Rosi hatte einen kurzen Arm und eine vergrößerte Niere, sowas muss man doch Gott verdammt nochmal im Ultraschall sehen? Zumindest beim ersten Screening, sind alle Extremitäten sehr gut zu erkennen... Sowas MUSS doch auffallen?

- Zudem wurde im letzten besagten Termin im Mutterpass nicht eingetragen, ob Magen und Harnblase darstellbar sind.... Hm, okay, ist das denn egal? MUSS man das nicht prüfen? Im Mutterpass war ebenfalls angekreuzt, dass das Fruchtwasser kontrolliert werden soll. Aber wann, beim nächsten Ultraschall? Einen extra Termin dafür habe ich nicht bekommen....

- Gaumen/Kiefer/Nase konnte nicht dargestellt werden, weil die Kleine mit ihrem Gesicht in die Plazenta gedrückt war. Die Aussage dazu war:,, Jaaaa, ich mache mir eine Notiz, wenn wir das nächste mal einen Ultraschall machen, schaue ich nochmal ob ich das dann erkennen kann.'' Gibt es denn da keine Vorgaben? Ich denke, sowas muss in diesem zweiten großen Ultraschall zu erkennen und zu überprüfen sein? MUSS man einen nicht zur Feindiagnostik schicken, wenn man das selber als Arzt nicht einsehen konnte?


Was wäre denn, wenn man auf irgendeinen dieser Punkte reagiert hätte, und ich zur Feindiagnostik geschickt worden wäre? Wenn ich simples ASS bekommen hätte oder Heparinspritzen? Wärst du dann bei uns? Wäre dann alles gut?


Ich weiß es nicht. Für viele Dinge denke ich die Antwort zu kennen, aber wirklich wissen tue ich es eben nicht. Deshalb habe ich mir einen Fachanwalt für Medizinrecht genommen und mich in der Beantwortung diesen Fragen unterstützt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich erst in einigen Jahren vorliegen... Warten wir mal ab.







Irgendwann werde ich alle Antworten zusammen haben, die ich für mich brauche.








Ich kämpfe für dich, mein Schatz.



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