• Denise

Wie ich die Hysterie eines Hundes ignorierte

Aktualisiert: 10. Juli 2020


,,Ich glaub ich habe Aids-Krebs!’’,

sagte meine hochschwangere Schwester.

Seit zwei Tagen war eine ihrer zwei Hündinnen unausstehlich, heulte furchtbar laut und rannte hysterisch um sie herum.

Fast jeden Morgen gingen wir zusammen mit den Hunden, unseren großen Töchtern auf den Rücken geschnallt und den kleinen Töchtern vorne im Bauch in den Wald spazieren.

An diesem Tag sagte ich zu meiner Schwester: ,,Die Kleine ist so ruhig, ich habe sie heute noch gar nicht gemerkt.... Ich glaube gestern auch nicht. Ich erinnere mich zumindest nicht daran...’’.




Ich war heiß baden, lag bäuchlings auf einem heißen Kirschkernkissen, habe kaltes Wasser getrunken und mit etwas Druck in meinem Bauch gestochert.

Nichts. Sie regte sich nicht.

Mittags erzählte ich meinem Mann davon, wollte ihn aber nicht beunruhigen und schicke ihn auf seine geplante Motorradtour.

Gefühlte 100 Mal hatte ich bis dahin die Google-Suchfunktion schon benutzt.

Es schien normal zu sein. Sie ist noch so klein und hat sich vielleicht unglücklich gedreht, sodass ich sie nicht gut spüren kann.

Johanna, meine Große, habe ich zum jetzigen Zeitpunkt ja auch gerade mal 2-3 Wochen gespürt.


,,Das ist schon okay so! Alles ist gut.’’

Aber dieses merkwürdige Gefühl ging nicht weg.

Ich schaute zwischendurch in den Spiegel. Der Bauch war kleiner, ich konnte es sehen!

Nach Johannas Mittagschlaf ging ich mit ihr zu meiner Schwester nach nebenan in den Garten. Beiläufig erwähne ich, dass ich die Kleine immer noch nicht gespürt habe.

Ich wollte nicht eine der hysterischen Mütter sein, die wegen eines ,,komischen Bauchgefühls’’ ins Krankenhaus fährt und einen Ultraschall verlangt. Also verhielt ich mich ruhig.

,,Entspanne dich Denise, alles ist gut.’’

Auf anraten meiner Schwester kontaktierte ich schweren Herzens eine meiner beiden Hebammen, die bei mir in der Nähe wohnt und berichtete ihr von meiner Situation.

Sie erzählt mir, dass sie jetzt Feierabend hat und sowieso jetzt nach Hause fährt und bei mir vorbeigucken kann, um nach Herztönen zu gucken.

,,Das ist völlig okay, dann geht’s dir auch besser und du bist ruhiger! Ich komme dann jetzt’’, sagte meine Hebamme Lisa. Keine halbe Stunde später war sie bei mir.

Coronabedingt, ließ ich meine Tochter bei meiner Schwester im Garten und ging mit Lisa zusammen nach nebenan zu mir in die Wohnung.

Ich legte mich auf meine Couch und Lisa suchte mit einem Doppler Nach Herztönen.

Sie fand aber keine!

Lisa schaute etwas besorgt,hörte auf zu suchen und sagte: ,, Die Kleine hat sich bestimmt in eine Ecke verkrochen und möchte Ihre Ruhe haben. Ich an deiner Stelle würde aber Gewissheit haben wollen.... So kann ich dich ja nicht hier lassen! Komm, wir fahren nochmal ins Krankenhaus und lassen einen kurzen Ultraschall machen.’’


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